Leben mit Longtail 5 – DIY Wetterschutz für Kinder

Longtail mit Wetterschutz

Einziges Manko bei Longtail Lastenrädern ist der fehlende Wetterschutz. Doch aus einem alten Buggy-Verdeck, einem Aluverbundrohr und vier Rohrschellen lässt sich im Handumdrehen ein kostengünstiger und funktionaler Regen- und Sonnenschutz für die kleinen Mitfahrer bauen.

Einsatzbereiche für das Regenverdeck

An den meisten Tagen im Jahr können wir auf den Wetterschutz verzichten. Regenhose und eine wasserdichte Jacke reichen aus. An kalten Tagen kommt auf kurzen Strecken noch die Thermoabdeckung Opossum (siehe ganz unten) mit. Bei Nichtgebrauch hängt der Wetterschutz platzsparend an der Garagenwand und ist schnell montiert, sobald das Wetter umschlägt.

Bei längeren Fahrten im Winter, gerade über freies Feld, wo der Wind fies ins Gesicht bläst, ist das Regenverdeck zusammen mit dem Opossum Garant für Kuschelfeeling. Im Zweifel noch eine Wärmflasche auf den Bauch und die Passagiere können sogar schlafen.

Auch an Tagen mit wirklich starkem Regen macht sich der Regenschutz bezahlt. Da das Verdeck nicht bis über die Beine reicht, braucht man zusätzlich immer eine Regenhose.
Im Sommer hat uns das Buggyverdeck auch schon gute Dienste getan und die Sonne von der Mitfahrerin fern gehalten.

Multicharger mit DIY Regenverdeck

Materialien für den DIY-Wetterschutz

  • Sonnen- & Regenverdeck eines Buggys
  • 1,75m, Mehrschichtverbundrohr Alu; Durchmesser passend zur Aufnahme des Regenverdecks
  • 2 gummierte Rohrschellen mit Gewinde 12-14mm Durchmesser für die Monkeybar
  • 2 gummierte Rohrschellen mit Gewinde passend zum Verbundrohr
  • 2 Gewindestangen 30-40mm lang
  • 4 Kontermuttern
  • Ggf. Metallsäge; Kreuzschlitz

Bauanleitung

  1. Das Rohr so rundbiegen, dass es der Rundung des Verdecks entspricht. Später hält dieser Bogen das Verdeck an der richtigen Stelle und gibt ihm Halt und From. Es funktioniert ganz gut, wenn man sich das Rohr „um die Schultern“ biegt.

    Aluverbundrohr als Regenschutz
  2. Nach unten hin das Rohr so zusammenführen, dass es zwischen die Innenstreben der Safetybar passt.
    Aluverbundrohr als Wetterschutz
  3. Nun montiert man am besten den Kindersitz hinten oder lässt das Kind hinten Platz nehmen. 
  4. Das Verdeck wird probeweise ans Rohr geklemmt und die Position für die Rohrschellen an der Außenstrebe festgelegt.
    4 Rohrschellen & 2 Gewindestangen
  5. Die Rohrschellen mit den Gewindestangen verbinden und mit den Kontermutter sichern. Anschließend an der Monkeybar und dem Rohr befestigen. Gut festziehen!
  6. Prüfen, ob alles richtig sitzt und das Regenverdeck aufziehen.
    Multicharger mit DIY Wetterschutz

 

Tipps zur Materialbeschaffung und -auswahl

Das Verbundrohr
Nach ersten Versuchen (Bild ganz oben) mit dem Rohr einer Bewässerungsanlage, kam dann ein Alu Mehrschichtverbundrohr zum Einsatz. Es ist leicht und gleichzeitig sehr stabil. Man sollte es in jedem Baumarkt als Meterware bekommen. Ansonsten hilft sicher auch der Sanitärer des Vertrauens mit einem Reststück aus. Am besten nimmt man das Verdeck mit in den Laden, um vor Ort den richtigen Durchmesser zu ermitteln. Es ist besser, wenn das Verdeck satt sitzt. Meine Kombi hat Tests bei 40kmh klaglos gemeistert. Schneller wollte ich wegen der kleinen Sozia nicht fahren.

Wenn Kinder sowohl in der Monkeybar als auch im Kindersitz transportiert werden sollen, bitte das Rohr nicht voreilig abschneiden. Der Hamax Caress baut durch den Gepäckträgeradapater beispielsweise sehr hoch auf. Für die nötige Kopffreiheit braucht man einfach mehr Länge. Sitzt hingegen nur jemand auf dem Polster, wird das Rohr einfach weiter nach unten geschoben (vgl. unten). So reicht die regenfreie Zone auch bis hinunter zur Monkeybar. 

Das Buggyverdeck
besorgt man sich am besten gebraucht über Kleinanzeigen oder fragt im Freundeskreis. Dort werden häufig ramponierte Buggys verschenkt oder für 5-10€ verkauft. An meinem Multicharger kam das Verdeck eines TFK Dot mit passendem Regenschutz zum Einsatz. Der Vorteil: Der Regenschutz passt perfekt, kann mit zusätzlichen Gummis und Klettstreifen gut befestigt werden und hat vorne eine große Einstiegsöffnung. Der Nachteil: Es ist zusätzlich nicht viel Luft. Ein Universalregenschutz kann da die bessere Wahl sein, weil sie meist großzügiger und länger geschnitten sind. 

Verbresserungspotenzial
Hinten ist eine relativ breiter Spalt. Dort spritzt das Wasser bei starkem Regen hoch. Hier muss noch zugemacht werden oder man braucht ein längeres Schutzblech oderSchmutzfänger.

Ein Kreuzschlitzschraubendreher muss immer in der Nähe sein, um den Wetterschutz zu montieren. Hier wären Rohrschellen mit Flügelmuttern eine praktische Alternative. 

Keine Lust zu basteln?
Tern bietet für das GSD das Clubhouse Fort (790€) , Yuba für seine Longtails das Pop Top Cover (199€). Beide Regenverdecke könnten auch auf das Multicharger passen. Wer probiert es aus?

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