Deine Haarseife funktioniert nicht? – Hier wird dir geholfen!

Meine Erfahrungen aus über 10 Jahren

Angefangen hat alles auf einem Kunsthandwerkermarkt in der Nachbarstadt:
Ein kleiner Seifenstand mit einer bunten Auswahl an selbstgemachten Seifen zog mich in seinen Bann. Als ein besonderes Schmankerl empfand ich eine Haarseife, die aussah wie ein Spiegelei, und so verführerisch nach Orange roch. Das war im November 2006.
Seit dieser ersten Seife habe ich viele weitere ausprobiert und selbst hergestellt. Manche waren besser als andere… Viele empfinden die Suche nach der richtigen Haarseife als sehr schwer und wenn eine Haarseife nicht funktioniert, ist das wirklich frustrierend. Leider kann ich dem nicht widersprechen, aber die möglichen Fehlerquellen etwas eingrenzen und dir damit eine Checkliste an die Hand geben, anhand der du dich selbst an die Fehleranalyse machen kannst. Generell gibt es drei große Baustellen:

  1. Das Wasser
  2. Die Anwendung
  3. Die Zusammensetzung der Seife

1. Hartes Wasser führt zu Kalkseife

Lebst du im Süden oder Nord-Osten Deutschlands ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Leitungswasser sehr hart, also kalkhaltig ist. Das merkst du nicht nur an den unschönen Wasserflecken, sondern auch an der Kalkseife, die sich in deinen Haaren und am Waschbeckenrand niederschlägt. Sie äußert sich meistens als schmieriger Film auf den Haaren. Sie fühlen sich dann schwer und vielleicht auch ölig an. Die Haare wirken stumpf und lassen sich nur schwer kämmen. In deiner Bürste findest du unter Umständen sogar kleine weiße Flöckchen. Keine Sorge, das sind keine Schuppen!

Sauer macht sauber!

Abhilfe schafft eine saure Spülung, auch als saure Rinse bekannt. Sie hilft dabei, dass sich keine Kalkseife bilden kann und verhindert ebenso Kalkablagerungen am Haarschaft. Je stärker deine saure Spülung ist, desto eher sollte sie anschließend auch wieder ausgespült werden. Sind deine Haare nach der Spülung trocken und fühlen sich knirschig an, war die Spülung vermutlich zu stark. Verändere deswegen die Konzentration oder versuche ein anderes Rezept.
Rezept für saure Spülung

2. Die Seife muss überall hin – richtig einschäumen

Ganz so einfach wie mit dem Shampoo ist es mit der Shampooseife nicht. Naja, zumindest ist es etwas gewöhnungsbedürftig. Anwendungsfehler zeigen sich ganz schnell in verklebten oder ölig, fettigen Haaren. Ganz besonders der Nacken und die Zentimeter darunter sind anfällig. Dort ist die Masse an Haaren am größten, so dass dort die größte Mühe auf das Einschäumen verwendet werden muss. Deswegen empfehle ich folgendes Vorgehen:

Mit der Seife nicht sparsam sein

Reibe mit der Seife mehrfach von der Stirn zum Nacken über die ganze Breite des Kopfes. Anschließend gehst du mit der Seife über die Unterseite vom Nacken aus nach oben. Danach scheitelst du die Haare horizontal von Ohr zu Ohr und gehst direkt an die Kopfhaut. Das wiederholst du noch etwas tiefer und zum Schluss teilst du deinen Zopf unterhalb des Nackens und gibst dort noch etwas Seife rein. Jetzt schäumst du deine Haare mit kreisenden Bewegungen der Finger ein. Arbeite dich von der Stirn zum Nacken vor. Wenn es nicht richtig schäumt, machst du deine Haare noch etwas nasser. Versuche auch nicht, wild zu rubbeln. Das wirst du sonst beim Kämmen bereuen! Wenn du oft Probleme mit fettigen Längen hast, solltest du sie auch ordentlich, aber zu gleich vorsichtig einschäumen. Ansonsten drückst du einfach den Schaum von oben nach unten raus. Das reicht!

Gründliches Ausspülen – den Nacken nicht vergessen

Lass dir beim Ausspülen genügend Zeit. Genau wie beim Einshampoonieren gehst du mit kreisenden Bewegungen von der Stirn aus durch deine Haare. Auch hier ist der Nacken oft wieder die Schwachstelle. Du kannst deinen Zopf teilen und dann jeweils eine Seite ausspülen. So kommt mehr Wasser an weniger Haare und die Seife wird besser ausgespült. Generell funktioniert heißes Wasser auch besser als kaltes. Allerdings schadet es auch der Haargesundheit. Bitte wäge an dieser Stelle ab.

3. Die Zutatenliste gibt Hinweise auf die Verträglichkeit

Die Zusammensetzung deiner Seife hat den größten Einfluss auf die Verträglichkeit. Leider ist auch hier die Bandbreite der möglichen Störfaktoren unglaublich hoch. Deswegen kommen hier einige der größten Störenfriede:

Kokosöl – juckende und trockene Kopfhaut

In der Hautpflege wird Kokosöl sehr gerne verwendet, weil es die Haut pflegt und auch sonst ein Allroundtalent ist. In seiner verseiften Form verfügt es allerdings über eine hohe Reinigungswirkung. Das heißt, es entfettet die Haare und die Kopfhaut. Leidest du also unter juckender Kopfhaut oder unter trockenen oder spröden Haaren, könnte Kokosöl, insbesondere am Anfang der Zutatenliste, schuld sein. Als Alternative bietet es sich an, entweder ganz auf Kokosöl zu verzichten, satt dessen eine Seife mit Babassuöl zu verwenden oder eben eine, die wenig Kokosöl enthält.

Palmöl, Bienenwachs, Kakaobutter – beschwerte und schmierige Haare

Diese drei Vertreter, bis auf das Palmöl, das ich für absolut unnötig halte, können deine Haare gut pflegen oder gerade das Gegenteil bewirken. Ein wachsiges Gefühl ist oft auf alle Arten von Wachsen und Buttern zurückzuführen. Auch hier gilt: Je weiter vorne bei den Zutaten, desto mehr ist enthalten.

Überfettung – Haare zwischen Knirsch und Trief

Glücklicherweise schreiben die meisten Seifenhersteller die Angabe der Überfettung auch auf ihre Seifen oder verraten sich wenigstens auf Nachfrage. Das hilft dir einzuschätzen, wie pflegend eine Seife ist. Bei zu niedriger Überfettung werden sich deine Haare trocken anfühlen und zwischen den Fingern knirschen. Ist die Überfettung zu hoch, ist das Gegenteil der Fall. Meine normalen und glatten Haare zum Beispiel kommen mit 4% sehr gut zurecht.

Ätherische Öle – alle möglichen allergischen Reaktionen

Leider kann ich dazu nicht allzu viel schreiben, aber wenn du Anzeichen von allergischen Reaktionen oder plötzliche Schuppenbildung bemerkst, solltest du dir die ätherischen Öle oder Parfümöle genauer ansehen. Die Seifenhersteller müssen potenzielle Allergene deklarieren. Die häufigsten Allergene sind Geraniol, Cinnamal, Eugenol, Linalool oder Limonene.  Zimt oder Zitrusöle rufen häufig diese Reaktionen hervor. Abhilfe verspricht hier nur der Verzicht auf Duftstoffe.

160 Kommentare

  1. Pingback: Haarseife – Abseits der Drogerieregale #2 – lieselotteloves

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.