Fast Zero Waste durch Einfrieren

Kidneybohnen_unverpackt

Leider habe ich keinen Unverpackt-Laden in der Nähe. Schwäbisch Gmünd ist rund 40km weit weg und Schüttgut in Stuttgart 20km. Da fährt man nicht einfach so mal vorbei, schon gar nicht mit den Öffentlichen. Feinstaub und so 😉
Deswegen muss man in einigen Bereichen andere Wege gehen.

Ich bin ein großer Fan von Kidneybohnen und habe entsprechend einen ordentlichen Durchsatz. Als Plastikverweigerer kann man die Bohnen zwar auch im Glas kaufen. Ihr könnt euch allerdings vorstellen, dass die Ökobilanz von Einwegglas nicht so prickelnd ist, auch wenn es sich sehr gut recyceln lässt. Müll bleiben die leeren Gläser trotzdem. Irgendwann ist nämlich jeder Haushalt mit leeren Gläsern gesättigt.
So habe ich das letzte Jahr damit zugebracht, diese Gläser zu sammeln, um im nächsten Jahr keine weniger neue kaufen zu müssen. In einer konzertierten Aktion wurde ein ordentlicher Vorrat Kidneybohnen für den Gefrierschrank angelegt. Das Resultat könnt ihr auf dem Foto sehen:

19 Portionen Kidenybohnen aus 2 kg. Das sollte ein halbes Jahr reichen!

19 Portionen Kidneybohnen plastikfrei

Zwei Stunden Arbeit – ein halbes Jahr Ruhe

Großpackungen sind im Hinblick auf die Menge an Verpackungsmaterial immer im Vorteil gegenüber Kleingebinden. Außer auf dem Großmarkt bekommt man viele Trockenvorräte (Reis, Linsen, Bulgur, Bohnen) häufig in türkischen Lebensmittelläden. Reis kaufe ich dort beispielweise im 5kg-Pack. Das ist in unserem 2-Personen-Haushalt ungefähr ein Jahresvorrat und wird in einem 4l- und einem 2l-Bügelglas bevorratet.

Bei den Bohnen habe ich immer das Problem, dass sie relativ aufwändig in der Zubereitung sind. Ein Aufwand, den ich wegen einer Handvoll nicht betreiben möchte. Somit wird gleich eine große Menge gekocht und portioniert:

  1. 2kg trockene Bohnen werden mit 6l Wasser aufgekocht und dann für rund 60min weich gegart. Hülsenfrüchte sind manchmal echte Zicken, was ihre Garzeit angeht. Das hängt wohl vom Alter ab. Deswegen sollte zwischendrin immer mal wieder ein Probeböhnchen verzehrt werden.
  2. Sind alle (oder die meisten ^^) Bohnen weich, werden sie abgeschüttet. Weil die Menge so immens ist, schütte ich den Topf direkt in die saubere Küchenspüle. Ist das Kochwasser abgelaufen, werden sie mit kaltem Wasser abgespült. Dadurch kühlen sie schneller ab und die sämige Flüssigkeit wird von der Oberfläche entfernt.
  3. Anschließend trocknen die Bohnen auf einem Gitter einige Zeit ab. Das ist wichtig, damit sie nicht zu feucht sind und beim Einfrieren zu sehr aneinanderkleben. Die kalten Bohnen werden dann in Gläser gefüllt und kommen in den Gefrierschrank. Die Gläser dürfen bis oben vollgemacht werden. Keine Sorge, sie platzen nicht, da sich die Bohnen nicht ausdehnen.

Auch diese Art der Vorratshaltung ist wieder ein Kompromiss

Der Verpackungsmüll ist auf ein Minimum von zwei Plastikverpackungen reduziert, die immerhin ein Nachleben als Müllbeutel finden. Würde ich die Bohnen in einem Unverpacktladen kaufen, wären auch Verpackungen angefallen; nur eben nicht bei mir. Jetzt bin ich eben mein eigener Unverpackt 🙂 Außerdem wurde aus den Einweggläsern Mehrweg, die sicherlich einige Runden im Gefrierschrank überstehen. So ist dieses Vorgehen weder plastikfrei noch Zero Waste, für mich aber die pragmatischte Lösung.

Auf der anderen Seite steht der Energieverbrauch: Die große Menge lässt sich nicht im Schnellkochtopf herstellen und braucht damit mehr Energie. Die wird in der Industrie zwar auch fällig, ist aber durch die Großmengen vermutlich effizienter. Zusätzlich muss ein Gefriergerät betrieben werden. Ich sollte also tunlichst nicht ewig in den Gefrierschrank schauen, um meine Auswahl zu treffen.

Fazit: Wer einen Gefrierschrank mit ordentlicher Energieeffizienzklasse zuhause hat und ab und zu zwei Stunde Zeit erübrigen kann, fährt mit dieser Variante ziemlich gut.

4 Kommentare

  1. Du könntest die Bohnen in den Gläsern auch einkochen. Klar braucht das auch Energie, aber vielleicht weniger, als das Einfrieren. Außerdem kann man die Bohnen dann immer sofort verwenden und muss sie nicht erst wieder auftauen, wofür man – wenn es schnell gehen soll – ebenfalls wieder Energie braucht. Außerdem spart man so den Platz im Gefrierschrank für andere Dinge.

    • Remstalkind

      Hallo Fini,
      danke für deinen Kommentar. Einkochen finde ich sehr spannend. Darüber habe ich auch schon nachgedacht und werde es in nächster Zeit in Angriff nehmen. Muss mich da aber noch einlesen. Mich würde echt interessieren, welcher Prozess wie viel Engergie braucht. Das sind alles immer solche larifari-Werte (Menge, Alter des Geräts…) und letztendlich arbeitet man dann doch nach Gefühl.

  2. Pingback: Trash Talk: Lebensmittelplastik Jan '17 - Remstalkind - Weniger Müll im Leben

  3. Mit dem Einkochen ist es so eine Sache manche Rezepte funktionieren manche nicht . Im Prinzip geht es mit Schraubgläsern . Einfach kochend ins Glas bringen zuschrauben und auf den Kopfstellen . Das andere ist Produkte über Milchsäuregärung haltbar machen Z:B Sauerkraut . Oder einfach mit Trockenprodukte arbeiten um Energie zu sparen kann man dies auch mit Solartrocknern machen.

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