ZAO MakeUp – eine müllfreie Alternative?

ZAO MakeUP Langzeittest

ZAO Makeup auf Herz und Nieren getestet

Begibt man sich auf die Suche nach nachfüllbaren Produkten im Bereich der dekorativen Kosmetik, stößt man über kurz oder lang auf die französische Marke ZAO. Sie wirbt mit nachfüllbaren Produkten und einer umweltfreundlichen Verpackung aus Bambus. ZAO ist nach Ecocert zertifiziert, vegan und tierversuchsfrei. Seit drei Jahren verwende ich Teile ihrer Produktlinien und möchte euch heute die Vor- und Nachteile vorstellen.

Puder (19,50€)

Der Puder wird, wie alle ZAO-Produkte, in einem kleinen und robusten Baumwollsäckchen verpackt. Die sehen nett aus und lassen sich dank kleiner Zugbändchen als Aufbewahrung für allerlei Krimskrams verwenden.
Die Dose selbst besteht aus Bambus und ist mit zwei kleinen Magneten versehen, die einen relativ sicheren Zusammenhalt der Ober- und Unterseite gewährleisten. Der Puder ist in eine dünnwandige Metallpfanne gepresst, die durch den Magneten im Boden festgehalten wird.

Preis: 9,60€

Die Pfännchen werden mit einer dünnen Plastikhülle geliefert. Die ist zwar auf das Minimalste reduziert, aber ich frage mich hier natürlich, ob es nicht auch eine Pappverpackung getan hätte.

Die Deckkraft des Puders ist durchschnittlich und mattiert glänzende Stellen zuverlässig. Wie jeden Kompaktpuder muss auch das Produkt von ZAO nach einiger Zeit nochmals aufgetragen werden. Über den ganzen Tag hält er also nicht. Es ist sehr gut verträglich. Bisher hatte ich nie Probleme mit geröteten Stellen oder Pickelchen. Am besten funktioniert mir die Verwendung eines Kabukis. Mit dem Puderschwämmchen malt man sich zu leicht eine dicke Schicht ins Gesicht. Insgesamt bin ich mit dem Puder aber zufrieden.

Concealer (16,90€)

Auch hier wird der Abdeckstift in der typischen Bambushülle mit Säckchen geliefert. Der Stift lässt sich wie bei einem Lippenstift herausdrehen und relativ punktgenau auftragen. Mittlerweile halten Deckel und Rest leider nicht mehr so gut zusammen. Es klappert ganz schön und vermutlich ist die Hülle nach diesem Jahr kaputt und nicht mehr zu gebrauchen. Hier kommt ganz normaler Materialverschleiß zum Tragen. Der Hersteller hat vermutlich nicht damit gerechnet, dass Kundinnen die Nachfüllfunktion so langfristig nutzen.

Preis: 12,50€

Der Nachfüller ist das Innenleben des Stifts. Es besteht neben der Metallhülse aus dem Plastikdeckel und einem Plastikgewinde. Seit diesem Jahr wird auf die Umverpackung aus Karton verzichtet. Gut so! Leider bleibt der große Plastikaufkleber.
Auch wenn die Anwendung als Stift praktisch ist, hätte ich mir doch eine weniger müllintensive Variante gewünscht. Zum Beispiel die Pfännchenlösung wie beim Puder oder aber einen dicken Holzstift, den man nachspitzen kann. Der Nachfüller lässt sich nämlich nicht richtig trennen. Da müsste man schon selbst Hand anlegen.

Der Concealer ist relativ weich und eher cremig, fettig. Er lässt sich aber gut auftragen und setzt sich nicht in die kleinen Fältchen. Er deckt ordentlich, muss aber im Laufe des Tages wieder aufgetragen werden. Außerdem sollte er abgepudert werden. Manchmal sind kleinste Körnchen oder Klümpchen drin. Diese stören zwar nicht wirklich, allerdings kann man bei einem Produkt in dieser Preisklasse etwas mehr Sorgfalt bei der Rohstoffwahl erwarten.

Wimperntusche: (18,90€)

Auch die Wimpernstusche wird in Baumwollsäckchen geliefert. Dieses ist aufgrund seines Formats jedoch nicht weiter einsetzbar. Das Produkt ist wie gewohnt von Bambus umhüllt, innen steckt aber ein Plastikröhrchen, in dem die Mascara ist. Das Bürstchen ist aus Kunststoff mit Kunststoffborsten.

Wie groß war meine Enttäuschung, als mit mir mitgeteilt wurde, dass es aus hygienetechnischen Gründen keinen Nachfüllpack gibt! Damit ist für mich dieses Produkt aus umwelttechnischer Sicht ein Reinfall. Sowohl die Bambushülle als auch das Plastikbehältnis müssen in den Müll und lassen sich nicht einmal ordentlich voneinander trennen. Da ist jede andere Mascara tauglicher. Außerdem wage ich zu bezweifeln, dass es nicht möglich sein sollte, das Plastikröhrchen separat zu verkaufen. So könnte man wenigstens die Bürstchen einsparen.

Die Mascara ist sehr gut verträglich und lässt auf diesem Gebiet keine Wünsche offen. Das Auftragen geht ohne Probleme von statten und auch die Wimpern kleben nicht zusammen. Das Ergebnis sind natürlich schwarze Wimpern, ohne großartigen Volumeneffekt. Leider ist sie, wie alle naturkosmetischen Wimperntuschen, nicht wasserfest.

Rouge (20,50€)

siehe Puder

Preis: 10,60€

siehe Puder

Das Rouge ist gut pigmentiert. Deswegen sollte es zunächst sparsam aufgetragen werden.

Fazit:

Die Produkte von ZAO sind qualitativ gut, aber hochpreisig. Das Preisleistungsverhältnis stimmt nicht bei allen Produkten. In Bezug auf die Vermeidung von Müll sind sie ein Kompromiss. Die Ansätze sind die richtigen, aber noch nicht konsequent genug umgesetzt. Da geht sicher noch mehr. Vorerst werde ich Puder, Concealer und Rouge weiterverwenden, bis ich eine bessere Alternative gefunden habe.

Meine Bezugsquelle:

Offline ist ZAO meines Wissens nach nicht in Deutschland erhältlich. Aus diesem Grund bestelle ich bei einem kleinen Onlineshop* einmal im Jahr einen Jahresvorrat. Dazu hatte ich im ersten Jahr meinen Bedarf erhoben (Ja, ziemlich spleenig). Die Betreiberin geht übrigens auch auf Wünsche wie plastikfreie Verpackung ein.

Wie sind deine Erfahrungen mit ZAO?

* Transparenz: Ich bin dort ganz normale Kundin, verlinke hier jedoch aus zwei Gründen: 1. Die Preise sind die günstigsten im Netz. 2. Der Shop ist ein Kleinbetrieb, dessen Betreiberin tollen Service anbietet. Das möchte ich unterstützen.

2 Kommentare

  1. Pingback: Plastik im Alltag vermeiden - Remstalkind

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