Seife im OHP-Verfahren

Seife mit dem Heißverfahren

Darum geht es:
Eine schnell verwendbare Naturseife herstellen

Deutlich schneller als das Kaltrührverfahren (CP = cold process) ist die Heißverseifung (OHP = oven hot process).
Die OHP-Seife erfährt im Backofen eine „Schnellreifung“ und kann gleich nach dem Abkühlen verwendet werden. Das heißt, der Verseifungsprozess ist vollständig abgeschlossen. Im Grunde ist es nichts anderes als eine vollständige und ausdauernde Gelphase, ausgelöst durch die zusätzliche Hitze. Dadurch ist das Heißverseifen aber auch extrem stromintensiv. Aus ökologischen Gründen verwende ich dieses Verfahren deswegen nur in seltenen Fällen.

Voraussetzungen:

Diese Anleitung richtet sich explizit an erfahrene Seifensieder.

Die Vorarbeiten:

Zunächst suchst du dir ein Rezept aus und berechnest die Laugenmenge. Im Allgemeinen eigenen sich fast alle Rezepte, lediglich bei Rezepten mit Milchprodukten, solltest du vorsichtig sein. Wobei du Quark oder Milch nach der Verseifung zusammen mit dem Duft dazugeben kannst.

Anschließend wird die Wassermenge berechnet. OHP-Seifen sind sofort benutzbar, deshalb macht es Sinn, die Wassermenge zu redzuzieren, weil die Seife damit gleich von Anfang an härter ist. Allerdings solltest du dich an die perfekte Wassermenge herantasten.

Die Herstellung:

Nachdem der Fettansatz und die Natronlauge angerührt wurden, rührt man die Seife bis zum Puddingstadium.

Bei der OHP-Seife musst du nicht auf die Temperatur achten und kannst sehr heiß arbeiten.

Der Topf kommt nun abgedeckt in den auf 100°C vorgeheizten Backofen.

Hier solltest du nochmals nachprüfen, ob die Füllmenge max. 2/3 ausmacht. Die Seife kocht im Backofen schon mal über, wenn der Topf zu klein ist. Falls deine Seife solche Anstalten macht, kannst du sie aber einfach wieder zusammenrühren, wie bei einem Hefeteig.

Nach 10min: Es bilden sich langsam Bläschen.

Nach 20min:

Am Rand kannst du erkennen, wie langsam die Gelphase einsetzt.

Nach 30min:

Diese Seife ist jetzt fertig. Die oberste Schicht ist trocken und bröselig…

… die tieferen Schichten sind leicht transparent.

In diesem Zustand muss die gesamte Seifenmasse sein. Bevor du die ätherischen Öle oder die Farbe dazugeben kannst, muss die Masse abkühlen. Sonst verflüchtigen sich  die  ätherischen Öle. Das erreichst du durch Rühren.

Dieses Seife hat einen Fettansatz von 750g und ist nach 30 Minuten fertig. Bei größeren Mengen dauert es entsprechend länger, bei kleineren eben kürzer. Prüfe unbedingt nach, ob die Seife vollständig durchgegelt ist.

Jetzt kannst du den Duft dazugeben und mit dem Kochlöffel gut in die Seife einarbeiten.

Anschließend füllst du die Seife in eine Form. Du wirst merken, dass das nicht so einfach ist. Die Seife ist deutlich zäher und trockener. Schlage die Form einige Male sanft auf die Unterlage, dadurch wird die Masse kompakter und einige Blasen verschwinden.

Es bildet sich sofort eine feste, pergamentartige Oberflächenstruktur aus. Das ist zwar nicht schön, zeigt dir aber die Vollständigkeit des Verseifungsprozesses an.
Je langsamer die Seife abkühlt, desto besser wird ihre Textur. Deswegen solltest du sie isolieren und mit dem Schneiden abwarten, bis sie vollständig ausgekühlt ist.
Im Vergleich zu kaltgerührten Seifen ist die Textur viel unruhiger. Man möchte sagen rustikaler. An manchen Stellen gibt es auch Lufteinschlüsse, die sich nur schwer vermeiden lassen.

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