Schüttgut Stuttgart – unverpackt einkaufen

Schüttgut Stuttgart

Im Stuttgarter Westen gibt es seit Mitte 2016 den zweiten Unverpackt-Laden der Region. Lange wollte ich schon dort vorbeischauen und diese Woche haben mich meine Neugierde und die ShampooBits dorthin getrieben.

Breites Biosortiment im Westen Stuttgarts

Das Ladengeschäft in der Vogelsangstraße ist gut ab der Haltestelle Schwabstraße zu Fuß zu erreichen. Sogar für orientierungslose Kleinstädter: Schwabstraße hoch und dann links.
Der Laden selbst ist klein und gemütlich, aber an keiner Stelle unübersichtlich oder vollgestellt. Im Eingangsbereich fällt links die große Batterie an Spendern für Trockenwaren auf, auf der rechten Seite die Kasse und der kleine Käsebestand. Mittig im Raum steht die Waage. Das Herzstück jedes Unverpackt-Ladens. Im hinteren Bereich finden sich Essig, Öl und Aufstriche. Ganz hinten lagern Reinigungs- und Hygieneprodukte. Neben einer kleinen Auswahl Naturseifen stehen dort auch die ShampooBits und ein fester Conditioner in großen Gläsern. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Produkte bio. Das spiegelt sich natürlich in der Preisgestaltung, die gerechtfertigt auf Biomarktniveau liegt.

Trockenwarensortiment

Um im Schüttgut einzukaufen, wiegt man zuerst die mitgebrachten Behälter, worauf die Waage ein Etikett ausspuckt. Alles selbsterklärend und außerdem gibt es nur einen Knopf. Für mich ein kleiner Wehrmutstropfen: Die Etiketten sind aus Thermopapier. Mal ins Blaue fabuliert: Wiederverwendbare Behälter mit eingelasertem oder aufgedruckten Barcode. Das wär’s!

Zielen und füllen

Danach kann das Einkaufserlebnis beginnen. Und das ist es beim ersten Mal auf jeden Fall. Im Laden herrscht, bis auf die Kühltheke, Selbstbedienung. Nach kurzem oder langem Stöbern befüllt man seine Dosen oder Beutel an den Vorratsbehältern. Von Vorteil sind Gefäße mit großer Öffnung, denn es erhöht die Treffsicherheit. Für mich war die Sortimentsliste auf der Webseite sehr hilfreich. So konnte ich im Voraus meine Bestände mit dem Angebot vergleichen. Und Planung ist beim Zero Waste-Einkauf bekannterweise alles.

Frau und Herr Wedlich, die Betreiber von Schüttgut, nehmen sich viel Zeit für anfallende Fragen. Damit schaffen die beiden eine behagliche Atmosphäre und nehmen die Unsicherheit. Schon komisch: Unsicherheit beim Lebensmittelkauf! Naja, man ist hier einfach näher dran an den Produkten und Selbstzapfen oder Abfüllen sind wir in unseren Supermarktwelten schlicht nicht gewohnt. Entscheiden wie viel ich kaufen will, abseits der Standardgrößen. Seltsam. Das kennt man allenfalls vom Wochenmarkt.

Große braune Säcke

An einigen Stellen wird immer mal wieder die Frage laut, wie müllfrei ist denn so ein Unverpackt-Laden und ob das Problem nicht einfach im Laden bleibt. Da ich so früh dort war, konnte ich die Anlieferung einiger Produkte miterleben und ins Lager spickeln. Die Trockenwaren werden in großen Papiertüten angeliefert und auch im Lager scheinen Papierverpackungen vorzuherrschen.  Klar, Verpackungsmüll ist das auch, aber solange wir nicht von Erzeuger zu Erzeuger tingeln möchten oder gangbare Pfandsysteme entwickelt werden, reduziert es das Müllaufkommen gewaltig.

Das Konzept von Schüttgut gefällt mir. Sortiment, Einkaufsatmosphäre und Preisgestaltung passen zusammen. Die zentrale Lage ist für Stuttgarter perfekt. Den Wocheneinkauf werden Auswärtige jedoch sicher nicht dort bestreiten, dafür ist die Anreise einfach zu weit. Wegen Nonfood-Artikeln, wie Seifen, Edelstahlbehältern oder Hygieneartikeln, würde ich aber jederzeit wiederkommen. Schüttgut hat mich nicht zum letzten Mal gesehen.

2 Kommentare

  1. Da will ich unbedingt auch hin. Vielleicht schaff ich es nächste Woche. Danke für deinen Bericht, das macht meine Neugierde darauf noch größer 🙂 Ich wohne in Kernen, komm also voll aus deiner Nähe und freue mich immer über neue Beiträge von dir

    • Remstalkind

      Wie cool! Am ersten April wird es das erste Remstäler Zero Waste Treffen geben. Falls du Lust und Zeit hast 😉 Gibt aber noch einen gesonderten Eintrag. LG

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