Neujahrsseife 2017 – Die Welt zu Gast in meinem Seifentopf

Haarseife 2017

Der Blick in die Seifenschachtel ist alarmierend! Nur noch zwei Stücke der 2016er Haarseife sind übrig und die reichen bis ungefähr März. Damit ich in zwei Monaten nicht auf dem Trockenen sitze, musste also der Seifentopf befeuert werden. Immerhin geht sich dann meine Seifenbedarfsplanung vom letzten Jahr gut aus: 750g Fettansatz hat für ein Jahr gut gereicht, wenn die Seife für Körper und Haare verwendet wird.

Zutaten:

600g Kokosöl
390g Olivenöl
306g Rizinussöl
78g Traubenkernöl
72g Mandelöl
48g Jojobaöl
62g Zitronensäure
20ml ätherisches Lavendelöl
40ml ätherisches Orangenöl
3 EL blaue Tonerde (Schlumpfpulver aus Kaolin und Ultramarin)
__________________________________
1556g Fettansatz

4% Überfettung
gesiedet am 2. Januar 2017

Achtung:
Dieses Rezept wendet sich nur an erfahrene Seifensieder. Möchtest du das Seifensieden lernen, kannst du dich in diesem Seifenkurs einlesen. Anschließend bist du in der Lage, das Rezept zu verwenden.

Das Rezept: alte Bekannte im neuen Jahr

Dieses Jahr kommt ein Evergreen zum Einsatz. Der Fettansatz ist von Claudia Kasper und kommt bei mir seit 2006 regelmäßig zum Eisatz. Die Duftkombi liebe ich. Lavendel und Orange harmonieren einfach super. Geschlagen wird das meiner Meinung nach nur noch von Orange und Schokolade. Zitronensäure kommt bei mir mittlerweile standardmäßig gegen Kalkseife zum Einsatz. Allerdings reagieren manche Köpfe auf ihren Einsatz ein wenig verschnupft. Da also Vorsicht! Hatte ich mir letztes Jahr noch vorgenommen, nur noch ganz minimalistische Seifen zu machen, konnte ich mir dieses Jahr ein bisschen Farbe nicht verkneifen: Schlumpfpulver! Damit lassen sich auch prima Gesichtsmasken anrühren, wobei man dann aussieht wie eine Avatar-Figur ober eben ein Schlumpf 😉

Die Naturseife unter dem plastikfrei- und Nachhaltigkeitsaspekt

Alle Öle lassen sich im Supermarkt bzw. der Drogerie in Glasflaschen kaufen. Allerdings sind die Deckel teilweise aus Plastik, insbesondere der Deckel des Jojobaöls ist recht groß dimensioniert. Eine (schöne) Ausnahme bildet das Rizinusöl: Das ist aus der Apotheke und wird dort direkt ab- bzw. wiedergefüllt. Rizinusöl kann man alternativ auch oft bei asiatischen Lebensmittelgeschäften in der Glasflasche kaufen. Kokosfett gibt es von der Firma Rau als Würfel in metallbeschichtetem Papier. Die andere plastikfreie Variante ist welches aus dem Glas, wobei das sehr teuer ist. Die ätherischen Öle bestelle ich immer online in größeren Mengen (ab 30ml) und die sind dann in Glasfläschchen.
Eventuelle Reste werden in einigen Wochen in einer einfachen Hand- und Körperseife verwertet oder kommen in der Küche zum Einsatz. Das ürbige Rizinusöl bekommt die bucklige Verwandtschaft in den Kaffee. Nein, nur Spaß. Das wird zur Wimpernpflege weiterverwendet. Da schwört meine Mutter drauf.

Herkunft der Zutaten für die Haarseife

Deutschland: Traubenkernöl, Kaolin | Italien: Olivenöl | Frankreich: Lavendelöl | Mexiko: Jojobaöl | Brasilien: Orangenöl | Amerika: Mandelöl | Indien: Rizinusöl | Russland: Ultramarin | Indonesien: Kokosöl

Als ich gerade die Herkunftsländer der einzelnen Zutaten recherchiert habe, kam ganz schnell die Ernüchterung: Aus dem europäischen Umland sind vielleicht vier der zwölf Zutaten! „Vielleicht“ weil das Usprungsland nicht auf jedem Produkt explizit aufgrdruckt ist. So könnte das Kaolin aus Deutschland, aber genauso auch aus China oder Indien kommen. Geahnt hatte ich das schon, aber bis ins Letzte durchgedacht hatte ich es wohl nicht.

Was bleibt also? Beim nächsten Mal nur noch Olivenölseife mit Traubenkernöl und Lavendelduft sieden? Stattdessen könnte man auch einwenden, dass diese internationale Versammlung an Zutaten alle ein oder zwei Jahre doch in Ordnung geht. Das zu bewerten, empfinde ich als ungemein schwierig. Wie seht ihr das?

PS: Die letzten Plastikdosen sind nun ganz offiziell zu Seifenformen umgewidmet worden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.