Kichererbsen einkochen: Anleitung, Zero Waste, CO2 und Kohle

Kicherbsen weinwecken

Wie schon im Bohnen-Beitrag angekündigt, habe ich mich ans Einwecken herangewagt. Mit folgenden Ergebnissen:

Bilanz von 1kg getrockneten Kichererbsen:

  • 12 Gläser à 200g
  • 6g Plastikmüll
  • 6€ Kosten
  • 2,5kWh Strom
  • (1,3kg CO2)

1kg Kichererbsen zu konservieren verbraucht ca. 2,5kWh Strom

Dieser Wert ist abhängig von den verwendeten Geräten, also deren Alter und Energieklasse. In diesem Fall sowohl bei Herd als auch Dampfgarer A+. Wichtiger sind aber die angegebenen Verbräuche. Ein Strommessgerät habe ich nicht angehängt und musste mich auf die Angaben des Herstellers verlassen:

Kochen – Platte mit 1,8kW wurde nicht ganz auf halber Stärke betrieben: 0,9kW x 1h = 0,9kWh
Gläser sterilisieren – 0,69kWh x 0,43h = 0,2967kWh
Einwecken – 0,69kWh x 2h = 1,38kWh
Summe – 2,5767kWh

Ihr seht schon: Da sind einige Variablen drin, deswegen habe ich immer aufgerundet bzw. mit dem höchsten angegeben Wert gerechnet. Bei den Waiblinger Stadtwerken kostet das im Ökotarif ca. 75ct.

1kg Kichererbsen haltbar zu machen verursacht ca. 1,3 kg CO2

Legt man die Hochrechung des Umweltbundesamtes für 2015 zugrunde, so verursacht eine 1kWh aus dem deutschen Strommix 535g CO2-Äquivalente. Bezieht man echten Ökostrom, darf man seine Hände aber in Klimagasunschuld waschen.

Anleitung: Kichererbsen richtig einkochen

Material:

  • 1kg getrocknete Kichererbsen (5,50€)
  • 12 TwistOff-Gläser (hier: Bonne Maman oder „Originalgläser“)

Herstellung:

  1. Kichererbsen über Nacht bzw. 12 Stunden in Wasser einweichen. Die Hülsenfrüchte verdoppeln dabei ihr Volumen. Also das Wasser großzügig bemessen. Das Einweichwasser anschließend wegschütten.
  2. Für ca. 1 Stunde garen. Pro Liter Wasser kann man 5g Salz zugeben. Den Schaum immer wieder entfernen.
  3. Währenddessen die Gläser heiß ausspülen bzw. im Dampfgarer sterilisieren. Kontrollieren, ob Glas und Deckel einwandfrei sind.
  4. Kichererbsen einfüllen und mit Kochwasser aufgießen. Wer zittrige Hände hat, verwendet einen Trichter. Wichtig ist, dass der Rand des Glases sauber bleibt.
    Deckel aufschauben.
  5. Für 120min bei 100°C im Dampf einwecken. Die Gläser sollen sich nicht berühren.
  6. Vollständig auskühlen lassen. Währenddessen macht es immer mal wieder „klick“, wenn das Vakuum am Deckel saugt. Sollte das nicht geschehen, ist die Konserve nicht fertig.
  7. Solange die Deckel nicht wieder aufploppen, ist die Konserve in Ordnung. Ist er oben, bitte den Inhalt entsorgen.

Fazit:

Einkochen ist nicht so schwer und aufwändig, wie ich angenommen habe. Es nimmt zwar Zeit in Anspruch, aber man ist nicht durchgehend damit beschäftigt und kann das Einkochgut auch mal sich selbst überlassen. Am besten eignet es sich für ein verregnetes Wochenende.

Die Ausbeute entschädigt mich dreifach:

1. Der vermiedene Müll ist immens: 6g Plastik gegen 3,6kg Altglas. Glas kann zwar vollständig wiederverwertet werden, schluckt dafür aber jede Menge Energie. Und zumindest ich schwimme mittlerweile in Gläsern, sodass ich gar nicht mehr weiß, womit ich sie füllen soll.
2. Die Energiebilanz ist nicht bis ins Letzte auswertbar. Welchen Energiebedarf die Kichererbsenfirma im Vergleich zu mir hat, weiß ich nicht. Allerdings spart der Transport Energie. 1kg gegen 6kg merke ich auf meinem Gepäckträger nämlich ganz gewaltig! ^^
3. Zwölf Portionen heißt mindestens das nächste halbe Jahr nicht mehr daran denken zu müssen, sondern einfach ins Regal zu greifen. Top! Dabei kosten sie nur ein Viertel der Glaskonserven, natürlich ohne Arbeitszeit!

9 Kommentare

  1. Oh das klingt sehr interessant für mich! Ich liebe Kichererbsen, merke aber leider manchmal erst am Tag selbst, dass ich gerne damit kochen würde und dann habe ich sie logischerweise auch nicht über Nacht eingeweicht…
    Was würdest du empfehlen wenn kein Dampfgarer im Haus ist? Kann ich das Einwecken theoretisch auch im Wasserbad machen?
    Liebe Grüße, Ulli

    • Remstalkind

      Hallo Ulli,
      soweit ich weiß, geht es auch im Topf mit Wasserbad. Oder im Backofen. Dafür schicke ich dir mal ne Anleitung per Mail. Kann sie hier nicht onlinestellen, weil sie aus einem Kochbuch ist.
      LG

  2. das ist eine super idee! uns fehlen auch oft kichererbsen zum spontanbenutzen.

    das einwecken im dampf ist aber eigentlich nur nötig, wenn keine twistoff-gläser verwendet weden, zb bei den althergebrachten weckgläsern mit gummiring und auflegedeckel. mit twistoffgläsern reicht es völlig, die heißen kichererbsen einzufüllen, mit dem kochenden kochwasser randvoll aufzugießen und die deckel fest aufzuschrauben, dann auf einem geschirrtuch auf den deckel stellen. nach ein paar minuten wieder umdrehen. während des abkühlens knackt es immermal wieder, dann entsteht das vakuum. (also im prinzip wie beim marmeladekochen.) so spart es nochmal eine menge energie!

    • Remstalkind

      Hallo Frau Siebensachen,
      vielen Dank für den Hinweis. Die Technik kenne ich auch. Aber bei proteinhaltigen Lebensmitteln macht mir das echt Bauchschmerzen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät davon zum Beispiel ab wegen Botulismus. Ich weiß, die Wahrscheinlichkeit ist gering… Bei anderen Lebensmitteln schimmelt es halt und der Deckel geht auf. Außerdem hocken die Weichmacher im Deckel, wobei man da auf Blueseal umsatteln kann. Die Deckel haben sowieso kein ewiges Leben.

    • Remstalkind

      Es kommt etwas drauf an. Wenn ich keine Zeit zum Auftauen habe, ist es nervig. Praktisch ist es trotzdem auf jeden Fall. Ich nutze den Gefrierschrank gerne für Lebensmittel, die ich nicht einmachen kann oder wenn ich größere Mengen zB Hefe habe, dann friere ich sie portionsweise ein. Aus energetischer Sicht sollte der Gefrierschrank natürlich möglichst effizient sein und gut gefüllt. Ohne dass da diese typischen Gefrierschrankleichen drin sind, weil sie vergessen wurden.

  3. hm, die botulismusgefahr kenn ich nur von fleisch. ich denke aber die wahrscheinlichkeit ist gering, es werden ja die lange gegarten kichererbsen eingefüllt. und sie sind ja zum recht baldigen verbrauch bestimmt.

    ja, das deckelproblem… das betrifft ja alle glaskonserven. unsere leeren gläser sind fast ausschließlich aus dem biobereich, da hoff ich mal daß das nicht ganz so arg ist. und manche deckel gibt es ja schon mit den neuen blauen dichtungen.

    ich hab nun schon 8 gläser kichererbsen und 5 gläser kidneybohnen eingekocht und freue mich keinendosenmüll mehr zu produzieren! danke für die tolle anregung!

  4. Pingback: Freitags-Fail: Hülsenfrüchte einkochen – Konsumfrage

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