Kategorie: Plastikfrei

Mehrweg statt Einweg – 57 Ideen

Ohne Einweg  kein Müll. So einfach!

Geh einmal mental durch deinen Haushalt. Raum für Raum. Trage alle Dinge zusammen, die nach dem Gebrauch entsorgt werden müssen. Stelle dir dann den Berg an Einwegmüll vor. Irre, nicht wahr?

Schafft man es, diese Einwegprodukte aus seinem täglichen Leben zu verbannen, sind die verschiedenen Müllbehälter plötzlich leer(er). Dass Kunststoffe in Gebrauch und Entsorgung Probleme machen, ist bekannt. Was ist aber mit Glas, Metall und Papier? Die lassen sich zwar sehr gut wiederverwerten, aber allein ihre Herstellung verbraucht viele Ressourcen: Wasser, Energie oder Anbaufläche um nur einige zu nennen. Das Recycling ist dann wieder energieintensiv. Besser gleich auf Mehrweg setzen und die Dinge so lange wie möglich benutzen. Bei guter Pflege lassen sie sich sogar weiterverkaufen oder verschenken. Weiterlesen

Ungeschönt plastikfrei ohne Unverpackt- Laden: Familienalltag

Im Netz findet man recht häufig die nahezu obligatorischen Gläser mit Müll. Was man hingegen oft nicht findet, sind Infos zum Hintergrund der Verursacher. Die Möglichkeiten des DINK-Pärchens in der Großstadt unterscheiden sich einfach zu sehr vom alleinstehenden Studenten oder der Familie auf dem Land. Das auf die eigene Situation zu übertragen, fällt schwer.

Unser familiärer Hintergrund

Deswegen habe ich die Fastenzeit (40 Tage) genutzt und unseren Plastikmüll gesammelt. Einfach das, was anfällt. Ohne zusätzlichen Aufwand. Das Ergebnis der Routine, die sich in den letzten Jahren etabliert hat.

Die Überschrift sagt es schon: Den Alltag bestreiten wir ohne Unverpackt-Laden. Wir sind drei Personen. Sprich zwei Erwachsene und ein Kind von einem Jahr mit gutem Appetit, Mischköstler, wie man sagt. Wohnhaft an Rand einer 55k-Kleinstadt mit einem Auto, drei Fahrrädern und einem ÖPNV-Ticket. Außerdem lebt eine Katze bei uns, wenn sie nicht gerade ein anderes Fleckchen in Beschlag nimmt.

Wocheneinkauf auf dem Markt und im Städtle

Da beide Elternteile berufstätig sind, erfolgt der wöchentliche Einkauf am Samstagmorgen. Dazu wird er 5km entfernte Wochenmarkt angefahren. Im Regelfall fahren wir mit dem Rad und allerlei Cargolösung, dem Bus und Hackenporsche bei Sauwetter und bei echten Großeinkäufen mit dem Auto.

Lastenanhänger Fahrrad

Der Markt bietet neben offenem Gemüse, Obst und ungeknackten Nüssen auch Käse, Milchprodukte im Pfandglas und Brot. Der örtliche Metzger hat kein Problem damit, Wurst und Fleisch in mitgebrachte Dosen zu füllen. Selbes gilt für einen der beiden Antipastistände. Den Rest beziehen wir im (Bio-)Supermarkt. Das sind vornehmlich Gläser mit Mais, Sojasauce, Essig in der Pfandflasche und so weiter. Kurz: Konserven. Aber auch Lebensmittel, die es auf dem Wochenmarkt nicht gibt, holen wir dort. Eine Ausnahme bilden Waschmittel und Trockenvorräte, doch dazu gleich. Haarseifen, festes Shampoo und festen Conditioner beziehen wir in Karton oder unverpackt aus dem Reformhaus oder Weltladen. Der Wocheneinkauf nimmt mit kleiner Snackpause und Hin- und Rückweg rund 90 Minuten in Anspruch. Unter der Woche gibt es Brötchen und Brot vom Bäcker im Stadtteil: Trockenes in den Beutel, Klebriges in eine Keksdose.

Vorratshaltung in Großmengen

Waschmittel und Nudeln kaufen wir in Großpackungen online. Beides von Produzenten aus dem Umkreis von maximal 100 km. Im Keller stehen dafür 30l große Blecheimer, die haltbare Vorräte beherbergen. Je 25kg Waschmittel oder 10kg Penne. Gerade für Familien, die etwas Raum für eine Lagerhaltung erübrigen können, bietet sich das an. Der Chefeinkäufer der Familie entlastet damit obendrein sein Hirn.

30l Hobbock für Lebensmittel 10kg Spaghetti

Und wer sich gerade fragt, wie es mit der Umweltbilanz von Onlineshopping aussieht: https://www.alumniportal-deutschland.org/global-goals/sdg-12-konsum/online-shopping-einkaufen/

Selbermachen, wo es Freunde bereitet…

… und der Kosten-Nutzen stimmt, ist ein weiterer Baustein. So werden in an einem Wochenende im Jahr Kidneybohnen und Kichererbsen eingekocht. Die kleine Plastiktüte ist dann zu verschmerzen.

Eingekochtes

Zitonenschalenaroma und Vanillezucker sind weitere Beispiele für Selbstläufer mit Minimalaufwand. Ebenso minimalistisch ist der Putzschrank: Zitronensäure für Kalkflecken und Soda für allen Schmodder.

Einmal in Jahr wird der Seifentopf aus dem Keller geholt. Die Seife reicht dann locker das Jahr über und kann bei Bedarf auch eingefroren werden, wenn sie ranzig zu werden droht.

Einweg durch Mehrweg ersetzen

Neben Lebensmittelverpackungen holt man sich mit klassischen Wegwerfartikeln Unmengen an Müll und Kunststoff ins Haus. Schafft man es, diese durch ihre wiederverwendbaren Verwandten zu ersetzen, schrumpft der Müllberg wie von selbst. Klar, das hört sich zunächst nach Mehraufwand oder vielleicht auch Ekelalarm an. Auf den zweiten, nüchternen Blick erkennen wir blind übernommene Muster. Hinterfragt haben wir sie bisher nur nie.

Durchhalten und Durchhänger

Beim Müllsparen verliert man sich schnell im Kleinklein. Das macht keinen Spaß und wirklich nützen tut es obendrein auch nicht. Waschmittel lässt sich beispielsweise prima selbst herstellen, aber mit einem Stoffwindelkind ist der Waschmitteldurchsatz einfach zu hoch. Wir greifen uns deswegen die Big-Points heraus und solche, die uns Freude machen. Die Grenzen definiert jeder seinen Umständen gemäß. Oder: Sein Schlachtfeld wählt jeder selbst. Hier gibt es immer noch Medikamente, Sonnencreme und Zahnpasta aus Tube. Daran wird sich auch nichts ändern. Natürlich spricht nichts dagegen, sich immer wieder eine Herausforderung zu suchen.

40 Tage Kunststoffmüll von 3 Personen und 1 Katze

Trash Talk: Lebensmittelplastik Jan ’17

Der Blick auf den Plastikmüll (gesamt siehe unten) vom letzten Monat. Eigentlich wollte ich nie einen Trash Talk machen. Dabei wird zu sehr der verbleibende Müll in den Vordergrund gestellt und nicht das, was tatsächlich vermieden wurde. Da ist das sprichwörtliche Glas immer halb leer und niemals halb voll. Zero Waste also offensichtlich unmöglich. Trotzdem gibt es jetzt einen Müllartikel von mir. Der Grund: Ich will im Alltag die letzten großen Plastikquellen ausmerzen und brauche euren Input! Lasst mir eure Gedanken und Ideen da! Tausend Dank!

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Fast Zero Waste durch Einfrieren

Kidneybohnen_unverpackt

Leider habe ich keinen Unverpackt-Laden in der Nähe. Schwäbisch Gmünd ist rund 40km weit weg und Schüttgut in Stuttgart 20km. Da fährt man nicht einfach so mal vorbei, schon gar nicht mit den Öffentlichen. Feinstaub und so 😉
Deswegen muss man in einigen Bereichen andere Wege gehen.

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